Programm

Zweifelsohne wird aus Sicht der Gaming-Community das Jahr 2016 durch die Markteinführung der lang ersehnten Virtual Reality-Brillen geprägt werden. Durch ihre große Realitätsnähe stellen sie uns mit neuem Nachdruck die Frage, wo die Grenzen zwischen Spiel und Realität verlaufen. Die Besucher des Gamefests können die neusten VR Entwicklungen selbst ausprobieren und sich eine eigene Meinung bilden.

Doch geht das Gamefest 2016 noch einen Schritt weiter. Denn während Virtual Reality die Spieler noch tiefer in die virtuelle Welt eintauchen lässt, haben sich interessante Formen entwickelt, die Spielprinzipien und Charaktere der Games auch in das physische Leben hinein zu verlängern, so dass die Menschen ganz in selbstkreierten Spielszenarien miteinander agieren. Mit Cosplay und Live-Rollenspielen (auch LARP, Live Action Role Playing genannt) bringt das Gamefest 2016 zwei der populärsten dieser Szenen zusammen, um sie einem interessierten Publikum näherzubringen.

Während sich Cosplayer im Aussehen und den Bewegungen vor allem an Charakteren aus Computerspielen und Filmen orientieren, steht beim Live-Rollenspiel das spielerische Miteinander im Mittelpunkt, wobei auch dabei eine möglichst originalgetreue Nachbildung einer bestimmten Szenerie wie aus Fantasy- oder Mittelaltersettings die Basis ist. Zwar sind jeweils Ursprung und Ausrichtung verschieden, doch ebenso existieren Gemeinsamkeiten. Sind doch alle Spieler im Vorfeld mit viel Liebe und Kreativität dabei, die jeweiligen Kostüme und Spielwelten authentisch zu gestalten, um so möglichst intensiv in die jeweiligen Spielwelten einzutauchen.

Ergänzt wird das Programm durch bewährte Formate wie die Spielungen, die Nacht des nacherzählten Spiels, das Live Blog Stay Forever und eine interaktive Mitmach-Ausstellung zum Thema Local Multi Player Games sowie eine Filmreihe. Zielgruppen sind Gamer, Kulturinteressierte und Familien.

Das Gamefest 2016 wird vom Computerspielemuseum in Kooperation mit der Stiftung Digitale Spielekultur und dem Kulturhaus Alten Feuerwache Friedrichshain im Rahmen der International Games Week Berlin veranstaltet und vom Medienboard Berlin Brandenburg gefördert.

22.4. - Kult Live Podcast "Stay Forever" und Eröffnung der Local Multi Player Ausstellung mit Party und Turnier


23.4. - Virtual Reality, Cosplay und Live-Rollenspiele


24.4. - Spielungen, Nacht des nacherzählten Spiels


In sechs Filmen werden sowohl in fiktionalen sowie dokumentarischen Formaten Aus- und Einblicke in die Grenzbereiche von Computerspielekultur gegeben. Die Filmreihe wird von dem Kultur- und Medienwissenschaftler Christian Huberts kuratiert. Alle Filme werden in deutschen Synchronfassungen gezeigt.

Die Filme sind:

Summer Wars (Animationsfilm von Mamoru Hosoda, Japan 2009,114 Min., FSK 12)
Zeit: Sa. 23.4.2016, 12:00 Uhr
Adresse: Studiobühne in der Alten Feuerwache, Marchlewskistr. 6, 10243 Berlin

kosupure - eine Cosplay-Doku (Dokumentation von Thomas Hölzel, Deutschland 2015, 50 Min.)
Zeit: Sa. 23.4.2016, 15:00 Uhr
Adresse: Forum Computerspielemuseum (Karl-Marx-Allee 93a, 10243 Berlin)

The Congress (Spielflm von Ari Folman, Israel/ Deutschland/Belgien/Luxemburg/Polen/Frankreich 2013, 123 Min., FSK 12)
Zeit: Sa. 23.4.2016, 18:00 Uhr
Adresse: Forum Computerspielemuseum (Karl-Marx-Allee 93a, 10243 Berlin)

Welt am Draht (Spielfilm von Rainer Werner Fassbinder, Deutschland 1973, 204 Min., FSK 16)
Zeit: Sa. 23.4.2016, 20:00 Uhr
Adresse: Forum Computerspielemuseum (Karl-Marx-Allee 93a, 10243 Berlin)

Nur ein Spiel (Dokumentation von Michael Schilhansl, Deutschland 2010, 55 Min.)
Zeit: So. 24.4.2016, 11:00 Uhr
Adresse: Forum Computerspielemuseum (Karl-Marx-Allee 93a, 10243 Berlin)

The Wild Hunt (Spielfilm von Alexandre Franchi, Kanada 2009, 96 Min., FSK 16)
Zeit: So. 24.4.2016, 15:00 Uhr
Adresse: Studiobühne in der Alten Feuerwache, Marchlewskistr. 6, 10243 Berlin

für alle Filme gilt:
Eintritt: 5,00 €/ erm. 4,00 € (oder Festivalpässe/ Kombitickets)
Info: gamefest@computerspielemuseum.de, Tel: 030-6098 8577


In drei Gesprächsrunden gehen Experten der Frage nach, wie sich unser Leben durch Spiele verändern kann. Ausgehend von immersiven Computerspielen werden dabei vor allem bestimmte Aspekte der Phänomene Cosplay und Live-Rollenspiel beschrieben und miteinander ins Verhältnis gesetzt:

1) Make it real
Vom Videospiel ins “echte” Leben: Vertreter verschiedener Communitys stellen ihr Hobby vor.
Sa. 23.4. 14:00 Uhr (Kuturhaus Alte Feuerwache)
Nicolle Lamerichs (Embodying video characters in cosplay), Gregor Mascher (Games und Larp: Open World oder Schlauchlevel?), Dennis Ziesecke (Mit dem Museumsschiff in den Weltraum: Die Technik und Realisierung von Projekt Exodus)

2) Entgrenzte Spiele
Expertinnen beschreiben Spielformen, die Grenzen verschwimmen lassen.
So. 24.4. 12:00 Uhr (Computerspielemuseum)
Paul Marwitz (Das emersive Theater am Beispiel der Performance GlobexX), Órla Fiona Wittke (Computerspieltheater und Performance Installationen – Wer spielt hier mit wem?), Herwig Kopp (Nordic Larp - Hirnforschung, Bleeding und echte Gefühle)

3) Gamification – spiele/regeln/leben
So. 24.4. 14:00 Uhr (Kuturhaus Alte Feuerwache)
Frederic Kirchner (Umzäunte Freiheit – Thematisierung spielimmanenter Handlungsstrukturierung im Ego-Shooter Bioshock), Dennis Lange (EduLarp und Drama Games: Wenn deine Realität zum Spiel wird ... Emotionsreiche Rollenspiele als Methode der Bildungsarbeit), N.N. (Gamification)

Die Gesprächsrunden wurden von Gerke Schlickmann kuratiert und werden von ihr moderiert. Gerke Schlickmann ist selbst aktive Live-Rollenspielerin und forscht als Theaterwissenschaftlerin zu Live-Rollenspielen.

Im direkten zeitlichen Umfeld der Gesprächsrunden werden mit den Filmen

kosupure - eine Cosplay-Doku (Dokumentation von Thomas Hölzel, Deutschland 2015, 50 Min.)
(Sa. 23.4.2016, 15:00 Uhr)
Nur ein Spiel (Dokumentation von Michael Schilhansl, Deutschland 2010, 55 Min.)
(So. 24.4.2016, 11:00 Uhr)
The Wild Hunt (Spielfilm von Alexandre Franchi, Kanada 2009, 96 Min., FSK 16)
(So. 24.4.2016, 16:00 Uhr)

Filme gezeigt, die ihrerseits Cosplay und Live-Rollenspiele in unterschiedlicher Art und Weise thematisieren.