Retrobörse
»Retrobörse«
Retrobörse
»Retrobörse«
Retrobörse
»Retrobörse«

Retrobörse

Sammler und Händler boten kultige Computerspiele, Konsolen und andere Raritäten zum Tausch und Kauf. Die Macher der lengendäre Retroboerse aus dem Westen Deutschland machten Berlin nach 2013 zum zweiten mal zur Hauptstadt aller Fans klassischer Videospielkultur.

Das Rahmenprogramm für die Retrobörse:

13:00 Uhr: Bewahrungsstrategien: Präsentation des Nachbau des ersten Pong-Automaten und des auf Emulation basiernden Arcade King Atomaten Automaten und Übergabe an Computerspielemuseum
Wolfgang Nake präsentiert seinen Pong-Nachbau, der als BUS-system für eventuelle Erweiterungen designed ist. Die Funktionen werden dabei hauptsächlich durch Logik-Gatter der 3 Grundfunktionen UND, ODER und NEGATION realisiert, zusätzlich kommen nur einige zusätzliche Zähler-, Bitspeicher- und Timer-IC's zum Einsatz.
Das originale Pong ist im Gegensatz zu zahlreiche Software-Emulationen des Spiels kein simples "ping-pong", sondern bietet unter anderem unterschiedliche Abprall-Winkel und Ballgeschwindigkeiten für ein lebhafteres Spiel. Der (technisch) originalgetreue Nachbau steht hier aber auch für eine mögliche Bewahrungsstrategie für klassische Videospiele: Nachbau und Rekonstruktion, anstatt Emulation.

Guido Neumann präsentierte den Arcade King Automaten der auf dem Emulator M.A.M.E. basiert und der über 70 lizensierte Automatenklassiker enthält.

Beide Konstrukteure sprachen mit Andreas Lange (Direktor des Computerspielemuseums), mit anschließender Übergabe der beiden Maschinen an das Museum.

14:00 Uhr: Werkstattbericht zur Videospielgeschichte der DDR
Um die Erfindung und Produktion von Videospielen der DDR ranken sich viele Legenden, doch umfassend erforscht und beschrieben wurde diese Geschichte bisher noch nicht. Dies hat sich die Gruppe mediengeschichten zur Aufgabe gemacht.
Dabei ging es um eine Dokumentation der technischen Apparate, aber auch um die Politik, die Geschichten und Menschen dahinter. Was erzählen die Objekte über den Stand der Technik in den 1970er und 80er Jahren, über die Zielgruppe, das Verständnis von Spiel oder auch die Wirtschaftspolitik in der DDR?

Im Fokus der Forschungen standen bisher die Spielkonsole Bildschirmspiel 01 (produziert von 1979-1981 in Frankfurt (Oder)) und der Videospielautomat Poly-Play (produziert von 1985-1989 in Karl-Marx-Stadt). Anhand von Dokumenten, Aussagen von Zeitzeugen, Bildern von Personen, Techniken und Orten sowie deren Beziehung zueinander sollen die Geschichten sichtbar erzählt werden. Bei dieser Arbeit hat mediengeschichten gute Erfahrungen mit einem Netzwerk von Experten, Sammlern, Zeitzeugen, Archivaren und Interessierten gemacht und freut sich auf einen regen Austausch.

Im Rahmen der Retrobörse stellte mediengeschichten den aktuellen Forschungsstand sowie Ideen für Formate zur Vermittlung der Geschichte in einem Werkstattbericht vor. Weitere Infos und Kontakt: www.mediengeschichten.de

15:00 Uhr: So spielt das Leben - Convays »Game of Life« als Spiel & Ernst
Das berühmte »Game of Life« stellt eine Implementierung der Theorie »zellulärer Automaten« dar, die schon in der Frühgeschichte des Computers aufgestellt wurde. In ihm überschneiden sich mathematische Spieltheorie, Informationstheorie, Speichertheorie und fragen der Künstlichen Intelligenz … aber eben auch des Computerspiels, das in sich all diese Theorien enthält. Deshalb lohnt es sich auch, einen Blick auf die faszinierende Geschichte des »Game of Life« zu werfen, wie es 1970 vom britischen »Spaß-Mathematiker« mit seinen einfachen Spielregeln für Computer entworfen wurde. Dieses Spiel ist nun noch einmal im Rahmen eines Programmierkurses an der Humboldt-Universität programmiert worden – wiederum mit einem »Mehrwert« an (Be)Deutungen. Damit sollte unter anderem gezeigt werden, was man mit einfachsten Computern der 1980er-Jahre alles machen kann, obwohl in deren Handbüchern das Gegenteil steht. Hilfreich ist dazu die moderne Technik. Das Spiel wird in seiner Geschichte vorgestellt und in seiner Funktion auf einem emulierten Computer vorgeführt.

Zum Referenten: Stefan Höltgen (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medientheorien der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität. Dort forscht er über alte Computer und Spiele, unterrichtet Programmiersprachen und Medientheorien. Im Rahmen seiner Beschäftigung mit Retrocomputern ist er auch als Chefredakteur für das RETRO-Magazin verantwortlich und sammelt und restauriert alte Computer. Informationen: www.computerarchaeologie.de

16:30 Uhr: Konzert Tronimal (ex Low Bit Revolte)
Puristischer elektronischer Sound direkt aus dem GameBoy, teilweise mit Texten veredelt, es lässt sich nur schwer beschreiben. In diesem Fall kann nur anhören Abhilfe schaffen. Eins ist sicher, es erweckt viele Erinnerungen zu neuem Leben. Man ist überrascht wie erstaunlich gut ein GameBoy klingen kann. Tronimal, zuvor unter dem Namen Low Bit Revolte aktiv, kommt aus Wuppertal und macht seit 2008 auf diese skurrile Art und Weise Musik. Er arbeitet nicht nur mit dem allseits bekannten Nintendo GameBoy sondern auch mit vielen anderen älteren Konsolen und Heimcomputern. Er programmiert seine Musik für das jeweilige System und verändert nicht bloß die Soundtracks bekannter Spieleklassiker, so ähnelt sein Schaffen der Arbeit der damaligen Programmierer.
Auch auf der Retrobörse (im Rahmen des Gamefest) in Berlin wird Tronimal seine Musik mit Hilfe einiger GameBoys präsentieren. Willkommen im digitalen Zeitalter.
www.facebook.com/tronimalmusic
www.soundcloud.com/tronimal
www.soundcloud.com/lowbitrevolte

12.April
2014
11:00 -
18:00

Karl-Marx-Buchhandlung